Familie

Familienbett – so werden sie doch nie erwachsen.

Erwachsen bin ich auch nicht und das will ich auch gar nicht sein.
Höchstens auf dem Papier oder mal zwischendurch wenn es offiziell wird und diese „weil man das so macht“- Dinge eben erfordern, erwachsen zu wirken.
Du kennst das ja sicher. Verantwortung übernehmen und so.

Vielen Dingen bin ich aber dennoch mittlerweile entwachsen und das wiederum ist sehr schade manchmal. 

Und so gehe ich meiner Wege so infantil wie möglich – trotzdem es in meiner Kindheit kein Familienbett gab. 
Uns hat das ja auch nicht geschadet, oder? Na wer weiß. 

Lange rede kurzer Sinn. 

Wir hier im Hause Chaos, sind definitiv #teamfamilienbett und das hat vielerlei Gründe, die weniger in meiner eigenen kindlichen Schlafsituation liegen, sondern die unsere Kinder uns ganz eigens entlang ihrer Entwicklung und Bedürfnisse gezeigt haben. 

Ich bin keine Wissenschaftliche Studie und die will ich auch gar nicht sein. Aber ich kann für mich sagen, wie wohltuend und richtig es hier bei uns ist zusammen mit den Kindern zu schlafen. Einzuschlafen in dieser Vollkommenheit mit dem wunderschönen Gedanken, dass alle da sind. 

Wir genießen das alle sehr, gebettet zu sein in dieser Wärme und alle anderen atmen zu hören. 

Bevor wir Kinder hatten, habe ich mich tatsächlich immer schon gefragt, auf welche Art dieses Modell mit dem Schlafen im Kinderzimmer im eigenen Bett Sinn ergeben soll. Selbstverständlich gab es in der ersten Schwangerschaft auch hier ein zusätzliches Zimmer mit Schränkchen und Bettchen. Es sollte ja alles fertig sein für das Ankommen des neuen Menschen. 

Die Erwachsenen schlafen dann gemütlich zusammen und das Kind bleibt zurück im Kinderzimmer. So heißt es ja schließlich. Merkwürdig, finde ich. 

Familienbetttechnisch haben wir tatsächlich schon ganz viel ausprobiert und wir finden es auch spaßig und aufregend das Haus nach unseren aktuellen Bedürfnissen zu gestalten. So haben wir in meiner letzten Schwangerschaft zu viert auf 1,90m geschlafen und den Kugelbauch einfach immer irgendwo in die Mitte gequetscht.
Kind 1 hat das Bett dann irgendwann einfach von alleine verlassen (ich verstehe das so gut, mir wärs wahrlich auch etwas zu eng) und Kind 3 rutsche nach. 

Später dann, verlangte Kind 2 nach einem Hochbett und auch das konnten wir mit einem Familienbett super lösen. Es kam einfach eine Ebene dazu und zusätzlich entstand eine tolle Höhle. Ihr Verlangen nach Nähe und Geborgenheit in der Nacht, trieb sie aber im Handumdrehen eine Etage tiefer zurück in unser Bett und das Hochbett blieb leer. 

Es blieb eine Höhle zum Kuscheln und Lesen und Verstecken. 

Aber eines blieb und bleibt bis heute gleich. In unserem Haus gibt es ein Schlafzimmer, in dem wir alle schlafen. Bis auf Kind 1 – das hat nämlich unwahrscheinlich gerne seinen eigenen Raum und seine Ruhe. Die ersten Nächte im neuen Haus haben wir aber tatsächlich alle fünf zusammen geschlafen und das war wunderbar. 

„In ein Zimmer gehört aber auch ein eigenes Bett, Mama. Mit allem Pipapo und sehr gemütlich.“

Und klar, es steht ein Bett im Zimmer der Räubertochter – zur Deko. Naja als Tagesbett…
Ein wunderschönes Hausbett mit Lichterketten und einer Kissenburg, so wie sie es sich wünschte. Dann und wann ist sie ganz mutig und entschlossen in ihrem Zimmer in ihrem Bett zu schlafen, liegt in Nullkommanix, aber noch in der selben Nacht wieder bei ihrem Papa. 

Denn bei allen Schlafexperimenten, die die Räubertochter so durchführt, sitzen wir Abends wie vereinsamt im Bett und fragen uns: „Was machen wir denn jetzt, wenn sie nicht kommt?“ – aber zu diesen emotionalen kleinen Alltagsabschieden, schreibe ich gerne nochmal separat einen Beitrag 😉 – noch ist es ja nicht so weit, denn auch die gewünschte Schlafnische im Schlafzimmer wird dem großen warmen Familienbett nicht vorgezogen.

Wie genießen es gemeinsam. 

Ob unsere Kinder dadurch nun erwachsener werden oder nicht, oder selbstständiger oder nicht oder schlauer oder schöner – keine Ahnung, es steht ja nicht dran. Weder am Bett, noch am Kind.
Und vielleicht  sagen wir dann später auch mal „euch hat das ja auch nicht geschadet“

Wir stützen uns hier weiterhin sehr gerne auf die weisen Worte von Grand Pabbie aus Frozen: „Wenn einer keine Zukunft sieht, kann einer nur das tun, was ihm richtig erscheint.“

Schlaft gut 🙂 

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