Familie,  Special Needs Parenting

Alltag versteckt Therapie

Was kann ich mir denn darunter vorstellen, wenn ihr die Therapie in den Alltag integriert?

So spontan gestellt finde ich diese Frage wahnsinnig schwer zu beantworten und es gelingt mir meist nicht im Affekt der Frage eine detailreiche Antwort zu geben.

Wir leben eben.

Wir haben oft festgestellt das wir selbst die Einzigartigkeiten unseres Alltags dabei gar nicht richtig wahrnehmen.
Letztendlich läuft es tagtäglich nach dem Motto „Spiel, Spaß, Überraschung – und natürlich etwas Schokolade“
Wir nehmen das was kommt und bauen es, wenn es sein muss, für unsere Bedürfnisse zurecht.

In einem Alltag mit drei Kindern fällt es mir meist nicht schwer kleine versteckte Wahrnehmungs- und Motorikeinheiten zu integrieren.
Für alle Kinder, denn wenn der Superheld spitzkriegt, dass wir uns wünschen er würde mitmachen, macht er es gar nicht gern.
Die entdecken und sehen nämlich viel mehr untereinander, als ich ihnen je vermitteln könnte.

 

Aber dennoch freue ich mich jedes Mal sehr und beobachte es mit Spannung, wenn uns unsere Kreativität und unsere Fantasie in eine Richtung pustet, die nicht nur den Spaßfaktor erhöht, sondern eben auch dem Superhelden auf der Förderschiene guttut.

So wie heute, als die Räubertochter ein fantastisches Boot aus dem Kindergarten mit Heim gebracht hat.
Das war natürlich für alle Kinder hochinteressant das Treiben des Bootes und der Kastanien in der Holzwanne zu beobachten.

Zu sehen und zu verstehen, dass einige der Kastanien schwimmen können und andere nicht.
Welch hübsche Kreise das Wasser zieht, wenn man eine davon hineinwirft, dass sie dann nass sind und sich dann ganz anders anfühlen.

Zu beobachten wie hoch das Wasser spritzt je mehr Distanz die Hand beim Reinwerfen hat und welch hübschen Geräusche erklingen, wenn man die ganze Suppe erst in die eine und dann in die andere Richtung rührt und wie beruhigend das dann ist.
Und was kann da eigentlich alles so auf dem Boot balancieren?

Ja und das wars dann schon.
Eine Wanne und ein paar Kastanien für viele neue Erkenntnisse und Eindrücke – und einen frisch gefeudelten Boden ohne mein Zutun
Und es ist so wunderbar die Bande dabei zu beobachten und zu unterstützen.

Also so richtig stramme Therapie nach Plan ist’s eben ganz und gar nicht.
Eher ein intensives Aufsaugen.
Ich muss aber auch dazu sagen, dass man den kleinen Kerl immerzu engagiert motivieren muss, wenn’s nach ihm ginge, würde er lieber den ganzen Tag sein ureigenes Ding machen fernab von den Schwestern.
Da ist es immer schon ein großer Zugewinn, wenn er dabei ist und auch eine Weile dabeibleiben mag.

 

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